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Hoffnung ade
Hoffnungen der kanarischen Tourismusbranche versinken in den Fluten von Sachsen und Bayern Experten rechnen mit weiterem Rückgang der deutschen Urlauberzahlen aufgrund der Flutkatastrophe Die Überschwemmungen, die in weiten Teilen Europas milliardenschwere Schäden angerichtet, ganze Dörfer zerstört, historisches Kulturerbe beschädigt und vielen Menschen ihr Hab und Gut mitsamt ihrem Zuhause genommen haben, erschüttert auch auf den Kanarischen Inseln die Bevölkerung. Besonders in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz kann man sehr gut verstehen, wie sich die Menschen fühlen müssen, deren Häuser von Wasser und Schlamm zerstört wurden, denn die Erinnerung an das Unwetter vom 31. März dieses Jahres ist noch sehr frisch. Doch während man in Deutschland, Tschechien und Österreich damit beschäftigt ist, wieder zur Normalität zurückzufinden, zu retten, was zu retten ist und die Schäden zu reparieren, sind es auf den Kanaren auch andere Sorgen, die viele beschäftigen. Zu sehr hängt der Wohlstand auf den Inseln und die Existenz vieler Menschen hier vom Tourismus ab, so daß das Leid der Geschädigten der Flutkatastrophe von den eigenen Sorgen in den Hintergrund gedrängt wird. Die Tourismusbranche der Inseln fürchtet nach den ohnehin rückläufigen Besucherzahlen aus Deutschland nun einen noch stärkeren Einbruch der Urlauberzahlen aus dem Land, das einst für den Großteil der touristischen Einnahmen verantwortlich war. Zusammen mit den Briten nehmen die deutschen Urlauber einen besonders wichtigen Platz auf der Gästeliste der kanarischen Urlaubsbranche ein. Die verheerenden Überschwemmungen in Europa hätten nach Expertenmeinung keinen ungünstigeren Zeitpunkt treffen können. Angesichts des ohnehin eher schlechten Reise-panoramas – TUI-Chef Wolfgang Pollinger fordert aufgrund der rückläufigen Urlauberzahlen aus Deutschland dringend neue Werbekampagnen – ist nun kaum mit einer Besserung der Lage zu rechnen. Die Erholung des deutschen Reisemarktes, die für die Zeit nach den Bundestagswahlen erwartet wurde, ist fraglich geworden. Ab September/Oktober rechnete die kanarische Tourismusbranche mit einem Zuwachs der Urlauberzahlen. Jetzt sind selbst Experten skeptisch. Die Milliardenschäden in Deutschland sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, und die ohnehin nicht gerade günstigen Kanarenreisen müssen dann wahrscheinlich warten. Verlorenes Jahr? Der Rückgang der Urlaubsbuchungen aus Deutschland lag im Vergleich zum Vorjahr im ersten Halbjahr 2002 bei 9,63%. Pessimisten sprechen sogar von über 10%. Jetzt äußerte der Präsident des Tourismus- und Hotelfachverbands FEHT, Fernando Fraile, sein Bedauern und seine uneingeschränkte Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe. „Trotzdem“, fuhr er fort, „denken wir auch an unser eigenes Dilemma. Die Lage war schon vorher sehr schlecht und diese Tragödie wird uns zweifelsohne noch mehr schaden“. Eine Erholung des deutschen Reisemarktes sei kaum zu erwarten, und so müsse sich die Branche möglicherweise mit einem negativen Jahresergebnis und einem ebenso flauen Winter wie Sommer 2002 abfinden. Fraile wies darauf hin, daß die Sommersaison durch die Einheimischen und die Urlauber vom spanischen Festland sowie aus Lateinamerika ganz gut über die Runden gekommen sei, doch diese Urlauber unternehmen kaum Winterreisen, und die Wintersaison ist für die Kanaren besonders wichtig. Auch der Verantwortliche der Thomas Cook-Gruppe auf Teneriffa, René Vloothuis, rechnet mit einem weiteren Rückgang der deutschen Urlauberzahlen. Obwohl es noch zu früh sei, die Folgen der Flutkatastrophe auszuwerten, sei zu erwarten, daß in den kommenden Wochen die Buchungszahlen sinken, so Vloothuis. Quelle: Wochenspiegel
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